Rückbildung in Vier-Jahres-Zeiten

Vorab der wichtige Hinweis, weil es sein muss: Werbung, die aber von Herzen kommt.

 

Rückbildung ist völlig individuell und verläuft bei jeder Frau unterschiedlich. Genauso unterschiedlich, wie auch Schwangerschaften und Geburten verlaufen. Es gibt weder falsch noch richtig oder zu lang und zu kurz. Jede Mama findet ihren eigenen Weg, der genau für ihre Bedürfnisse der einzig richtige sein wird.

 

Meine Rückbildung führte mich durch alle Jahreszeiten. In allen diesen Jahreszeiten hatte ich treue und hilfreiche Begleiter von wildling.shoes an meiner Seite. 

 

Wie eine Rückbildung aussehen kann, erfahrt Ihr hier und es ist gleichzeitig ein "Danke" an wildling.shoes für eine ehrliche und sehr hilfreiche Partnerschaft.


Herbst - altes vergeht, damit neues wachsen kann


 

Der Herbst ist magisch. Der Wald erstrahlt hier in den Harburger Bergen in sämtlichen Rot- und Orangetönen und lädt förmlich zum Erkunden ein. Mitten in diesem goldenen Herbst, meldet sich Liv und erblickt am 1.10.2019 das Licht der Welt. So zauberhaft wie ein bunter Herbstwald, verzaubert sie unsere Köpfe. Meine Rückbildung beginnt mit diesem Tag. Geburtsverletzungen müssen ausheilen, mein Körper muss sich von einer Geburt inklusive OP im Kreißsaal erholen. Daher folgen die ersten paar Schritte an der frischen Luft ein paar Wochen nach Liv´s Geburt. Auf diese ersten Schritte begleitet mich der smaragdgrüne Erpel. Ein farbenfroher und warmer Schuh für kalte Herbsttage. Sieben Wochen nach der Entbindung findet ein erster Beckenboden-Check-Up statt. Dieser zeigt meine Defizite deutlich auf, aber so geschwächt ist der Beckenboden nun mal nach einer normalen Entbindung. Es gibt also einiges zu tun und gleichzeitig darf man nicht übertreiben. Das muss ich erstmal akzeptieren.


winter - kalte hände; warmes herz


Der Winter beginnt mit der Aussicht auf eine zweite OP. Da ich mich immer noch nicht richtig fit fühle, habe ich mit Rückbildungsgymnastik bis dato noch nicht begonnen. Auf meinen Spaziergängen, die zum Glück immer mehr werden, finden sich nun die Brombeeren wieder. Warm und kuschelig haben es die Füße und nass werden sie zum Glück nicht einmal. Zusammen mit meiner Hebamme und der von ihr durchgeführten Akupunktur versuchen wir, die OP zu umgehen - und wir sind erfolgreich. Eine Woche vor Weihnachten erfahre ich, dass ich nicht operiert werden muss und genau an diesem Tag beginne ich einen Onlinekurs mit Rückbildungsübungen. Ab Januar startet mein Beckenbodenpräventionskurs, der von meiner Hebamme geleitet wird. Zu diesem Zeitpunkt bin ich bereits 10 km am Stück mit Minimalschuhen und Liv im Kinderwagen unterwegs. Egal, wie das Wetter ist, wird sind fast jeden Tag draußen und so langsam kommt meine Kraft zurück. Ein zweiter Beckenboden-Check-Up im Februar zeigt immer noch deutlich auf, dass es für einen Wiedereinstieg ins Laufen noch viel zu früh ist. Allerdings darf ich mit Sport beginnen. Gemäßigt und mit dem eigenen Körpergewicht und ohne Sprünge.


frühling - ist dann, wenn die seele wieder bunt denkt


Der Frühling bringt Corona mit sich. Teilweise befinde ich mich in einer Art Corona-Starre. Kann man doch das soziale Leben mit Baby nicht so verbringen, wie man möchte. Die Krabbelgruppe, die ich besuchen wollte - abgesagt. Mein gebuchter Rückbildungskurs - abgesagt. Die regelmäßigen Besuche meiner Eltern in einem anderen Bundesland - nicht empfehlenswert und daher irgendwie durch die eigene Vernunft - untersagt. Alternativen müssen her. Zum Glück ist die Bewegung an der frischen Luft erlaubt und daher sieht man Liv und mich weiter spazieren gehen. Pünktlich zum Frühling bekomme ich den Vogel des Glücks für meine Füße zum Testen - den Kranich. Perfekt bei nassem Wetter, denn die Membran des Kranichs verhindert, dass Feuchtigkeit an den Fuß gelangt. Ich bin fleißig und trainiere weiterhin regelmäßig, besonders den Rumpf. Ebenso dürfen Übungen aus dem Beckenbodenpräventionskurs nicht fehlen. Ende März findet mein dritter und bis dato letzter Beckenboden-Check-Up statt. Im Liegen macht der Beckenboden alles, was er soll. Im Stehen, wenn also Druck drauf liegt, schwächelt er noch ein wenig, aber, ich darf langsam anfangen zu laufen. Laufen und Gehen im Wechsel versteht sich. Egal, es ist eine wunderbare Nachricht und so laufe ich tatsächlich wieder. Aber das Beste kommt noch: ich laufe ohne Einlagen und habe mich von meinem Fersenlauf verabschiedet. Ich setze den Mittelfuß auf. Durch das konsequente Tragen der Minimalschuhe ist dies ohne Schmerzen in den Achillessehnen möglich. Meinen persönlichen Frühling kann ich mit einem ersten 5 Kilometerlauf abschließen. Ich fühle mich tatsächlich wie eine kleine Blume, die ihren Kopf gen Sonne streckt und sich freut, dass sie langsam sportlich gesehen wieder "die alte" wird. Ein schönes Gefühl. 


sommer - erlebe ihn so, dass er dich noch im winter wärmt


Der Sommer kommt schneller als gedacht. Und das ist gut so. Da nicht eine einzige Laufveranstaltung aufgrund des C-Virus stattfindet, laufe ich ohne Druck. Es ist eigentlich das beste, was mir passieren kann. So laufe ich einfach nach Gefühl und übertreibe nicht. Ich habe Glück und kann doch noch an einem Rückbildungskurs teilnehmen. Zwar online, aber der Kurs ist klasse und kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Den bei der Hälfte des Kurses habe ich endlich das Gefühl, dass sich mein Beckenboden wieder "normal" anfühlt. Es ist schon krass, dass es dann doch fast neun Monate gebraucht hat, bis dieses Gefühl so eintritt. Beim Laufen erlebe ich endlich wieder eine Art Leichtigkeit. Ich kann loslassen und denke nicht die ganze Zeit, dass gleich mein Beckenboden sich meldet. Es läuft sich sehr entspannt. Für den Alltag und damit auch die Spaziergänge mit Liv darf ich die Gänsefeder von wildling.shoes testen. Eine luftig leichte Sandale, in der ich nun wirklich das Gefühl habe, dass ich barfuß laufe. Meine Läufe werden langsam länger und ich laufe nun auch nicht mehr alleine. Endlich werden die Kontaktbeschränkungen gelockert und die ersten Läufe mit ein paar lieben Freundinnen sind möglich. 8 km ist bis zum heutigen Tag mein längster Lauf gewesen und ich taste mich nun an die 10 km ran. Zum Ausgleich mache ich zu Hause Yoga und kann bei vielen Übungen den Beckenboden mit trainieren. Die Übungen aus den Kursen ähneln sich manchmal sehr den Yoga-Übungen. Praktisch ist es, denn so spare ich mir extra Einheiten für den Beckenboden. Ja, ich glaub meine Rückbildung ist damit abgeschlossen. 


Vier Jahreszeiten - eine Rückbildung. Es hat tatsächlich fast zehn Monate gedauert. Genauso lange, wie die Schwangerschaft. Ich habe mir Zeit gelassen - mit Absicht. Ob es auch schneller hätte gehen können? Das kann ich nicht sagen und wisst Ihr was, es ist mir auch egal. Ich bin stolz, dass ich viel auf mein Gefühl gehört habe und sehr geduldig mit mir war.