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Mein Jahreswechsel 2019/2020 - Rückbildung mit dem Erpel


wenn einfach mal was nicht nach Plan läuft


Vorab der Hinweis (weil es sein muss): Werbung für Schuhe, die mir als PR-Sample zur Verfügung gestellt wurden.

 

Ende des Jahres ist es endlich soweit: ich darf mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Für mich als Bewegungs-Junkie eine mega motivierende Nachricht. Endlich darf ich meinem Körper wieder etwas Gutes tun, endlich darf ich zumindest Übungen machen, die mir nach Monaten Muskelkater verschaffen könnten. Endlich kann ich meinen Körper wieder besser spüren und er gehört einfach wieder mir.

 

Was mich anfänglich pusht und meine gute Laune steigen lässt, endet recht schnell auf den Boden der Tatsachen. Einfach mal so einen Rückbildungskurs buchen und loslegen - Fehlanzeige. 

 

Die zeitnahen Kurse sind ausgebucht. Besonders die, ohne Baby. Und genau so einen suche ich, damit ich mich während des Kurses auf die Übungen konzentrieren kann. Denn das ist mir einfach wichtig. In diesem Kurs geht es um mich. Während der Schwangerschaft hatte ich bereits nach Kursen gesucht, aber eine Anmeldung scheiterte daran, dass ich noch nicht entbunden hatte. Es macht ja auch Sinn, dass man sich erst nach der Geburt anmeldet. Kommt es doch darauf an, wie man entbunden hat und wie der Körper das ganze verarbeitet und weggesteckt hat.

 

Frustriert stelle ich fest, dass ich erst für März Kurse buchen kann. Mir persönlich ist das einfach zu spät. Ich fühle mich gut, möchte was tun. Gibt es Alternativen?


eine alternative


Beim Beckenboden-Check-Up im November bestätigt mir die Therapeutin, dass das Tragen von Barfuß-Schuhen definitiv eine Art Training für den Beckenboden ist.

 

Unsere Fußsohlen sind quasi Tastsinne für den Beckenboden. Alles, was sie erspüren, wird an den Beckenboden bis zu unserem Rücken weitergeleitet. Tragen wir herkömmliche Schuhe mit einer dicken Sohle zum Beispiel, können diese Reize nicht durch die Fußsohlen erspürt werden. Der Beckenboden hat nichts auszuhalten, da er zum Beispiel von dem verwurzelten Waldboden nichts mitbekommt. 

 

Unser Körper bekommt demnach nicht die natürlichen Impulse für die Nerven, damit Muskeln, Sehnen und Gelenke Unebenheiten ausgleichen können. Wir verweigern ihm damit sein Training.

 

Barfuß zu laufen oder das Tragen der Barfuß-Schuhe unterstützt also die natürlichen Bewegungsabfolgen unseres Körpers. Reize werden über Nerven korrekt weitergegeben und unser Körper "hat zu tun". Er gleicht aus und spürt den Untergrund.

 

 

Natürlich freut es mich, dass ich so durch das Tragen von Barfuß-Schuhen bereits eine Alternative unbemerkt nutze. Und ich habe für die nächste Zeit mein Training gefunden: Spazierengehen mit Barfuß-Schuhen.


Spazierengehen mit dem Erpel - ein "echtes" Training


Seit diesem Check Up ist meine Motivation für Spaziergänge daher enorm gestiegen. Man kann sagen, dass Spaziergänge vorerst meine Laufeinheiten ersetzen. Nur trage ich keine Laufschuhe, sondern meinen Erpel von Wildling Shoes. Damit er mich auch wirklich bei jedem Wetter begleiten kann, ist er ausführlich imprägniert worden. Für eine "Warme-Füße-Garantie habe ich mir noch Merino-Wollsocken besorgt. Mehr braucht es nicht, um auch im Hamburger Winter ordentlich Kilometer zu absolvieren.

 

Vorsichtig bin ich allerdings beim Umfang meiner Strecken. Auch meine Füße müssen sich immer noch an die Barfuß-Schuhe gewöhnen. Nach der ersten 5-Kilometer-Runde schmerzen meine Fußsohlen. sie hatten ordentlich zu tun. Abhilfe kann ich hier aber ganz einfach mit einem kleinen Faszienball schaffen. Damit rolle ich die Fußsohle aus und die Fußsohlen meckern kaum noch. 

 

Hinzu kommt auch noch die Komponente "Baby". Liv und ich müssen erstmal herausfinden, wie lange wir draußen ohne weiteres spazieren gehen können. Ungern möchte ich sie irgendwo im Wald wickeln bei den Temperaturen. Hier habe ich unsere Tochter aber unterschätzt. Sobald sie im Kinderwagen liegt, fallen die Augen zu und meistens verschläft sie unsere Touren.

 

So gelingt es mir tatsächlich nach und nach mit Liv und mit dem Erpel immer längere Strecken zu absolvieren. Aus 5 km werden recht fix 6 km. Kurz vor Weihnachten knacken wir die 8 km und steigern uns sogar auf 10 km. Dabei ist es bislang geblieben. Wir sind dann fast zwei Stunden flott unterwegs. 

 

Bei keinem einzigen Spaziergang habe ich kalte Füße, obwohl der Erpel ein reiner Stoffschuh ist. Die Fütterung aus Hanf-Flachsvlies ist kuschelig warm und meine Fußsohlen werden sehr gut durchblutet, während ich mit dem Kinderwagen durch den Wald stapfe. Jeden Stein, jede Wurzel, jede Senke - alles gleicht der Fuß aus. Jedesmal wird ein Signal direkt an meinen Beckenboden gegeben und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, denn ich weiß einfach, dass ich effektiv meinen Beckenboden trainiere. Vergessen ist mein Unmut über den Rückbildungskurs, den ich zeitnah nicht machen werden kann.

 

 

Es gibt sie also, diese Alternativen. Man muss bloß mit offenen Augen und Ohren unterwegs sein. Sich einfach trauen, Neues auszuprobieren und nicht gleich aufzugeben, wenn es mal irgendwo zwickt. Genau die richtige Einstellung für den Jahreswechsel, denke ich mir. 


ein paar überraschungen zum jahreswechsel


Mitten drin in meinem Spazierengehen-Training ergeben sich plötzlich weitere Alternativen. Ich absolviere inzwischen einen Online-Rückbildungskurs und seit dem 6.1.2020 besuche ich zusätzlich bei meiner Hebamme einen Präventionskurs zum Thema "Beckenboden".

 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich durch diese drei Trainingskomponenten meinen Beckenboden stärken kann, damit der Wiedereinstieg ins Laufen reibungslos über die Bühne gehen kann.

 

Wie gut das funktioniert? Nun, das werde ich beim nächsten Check Up erfahren. Und Ihr erfahrt es natürlich auch. 

 

Bis dahin, habt es fein, Ihr Lieben!