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Ist das Fußmuskelkater? Meine ersten vier Wochen in Barfuß-Schuhen


Besser spät als nie


Vorab der Hinweis (weil es sein muss): unbezahlte Werbung für selbstgekaufte Schuhe.

 

Vier Wochen ist es bereits her, dass die ersten Barfuß-Schuhe der Firma Wildling bei mir eingezogen sind. Viel ist seitdem passiert und ich möchte Euch heute ein kleines Update geben. Ich sitze übrigens immer noch mit Babybauch auf der Couch. Also schreibe ich diese Zeilen, damit Ihr noch vor der Ankunft unserer Tochter informiert werden könnt. 

 

Da standen Sie nun, meine Wiesel. Im August bei über 30 Grad waren sie leider zu warm. Was mache ich nur? Hat sich doch der erste einstündige Tragetest so toll angefühlt. Zuerst schaue ich nochmals in Ruhe auf der Webseite der Firma Wildling nach einem Sommermodell. Der rote Tanuki Keshi gefällt mir super. 

 

Auch ich muss mein Geld zusammenhalten. Daher durchforste ich eine Kleinanzeigen-Plattform im Internet, ob ich diesen Schuh in einem guten gebrauchten Zustand finde - und ich habe Glück. Ein paar Tage später kommen die Tanuki Keshi bei mir an und das fröhliche Tragen kann beginnen.

 

Mal eine Stunde, mal zwei, aber nie länger als in etwa drei Stunden bin ich mit den Barfuß-Schuhen unterwegs. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich gar nichts merke. Die Füße müssen sich dran gewöhnen, aber es sind nicht meine Achillessehnen, die sich in negativer Weise melden. Nein, es ist eine Art Muskelkater, den ich spüre. Dieser sitzt bei mir im Fußgewölbe. Wackele ich mit den Zehen oder Strecke ich die Zehen merke ich es deutlich. Es sind aber keine Schmerzen. Aha, hier passiert was. Das finde ich super.

 

Und was soll ich sagen: ich bin komplett infiziert von dem Tragegefühl, wenn meine Füße in Wildlinge gesteckt werden. Besser spät als nie, habe ich die richtigen Schuhe für meine Läuferfüße gefunden. 


Andere wildlinge in freier wildbahn


Mein Rudel vereint: von oben beginnend im Uhrzeigersinn die roten Tanuki Keshis, die gelben Otter, die Wiesel, die Brombeere, sowie die Fasane in Zartrosa..
Mein Rudel vereint: von oben beginnend im Uhrzeigersinn die roten Tanuki Keshis, die gelben Otter, die Wiesel, die Brombeere, sowie die Fasane in Zartrosa..

Im Moment sehe ich ja öfters meine Hebamme. Bei einem Besuch fallen ihr meine Wildlinge auf und sie erzählt mir, dass auch bei ihr zu Hause Wildlinge von der ganzen Familie getragen werden.

 

Welch schönes und passendes Gesprächsthema wir da haben, während sie mir die Akupunktur-Nadeln setzt. Wir tauschen uns aus und ich erfahre von Ihr, dass das Tragen von Barfuß-Schuhen ein sehr gutes Beckenboden-Training ist.

 

Perfekt, denke ich mir, ein weiterer Pluspunkt für meine Wildlinge und so langsam bedauere ich das jahrelange Tragen von Absatzschuhen (zwar nicht hoch, aber definitiv mit Absatz).

 

Die nächsten Tage mit dem Wildlingen vergehen und mir fällt auf, dass ich meine Füße bewusster aufsetze und nicht mehr stampfe. Es ist hyggeliges und achtsames Gehen über den Mittelfuß. 

 

Die Ferse setze ich nicht mehr so hart auf und ich spüre jeden Untergrund. Das Kopfsteinpflaster vor unserem Haus, den Kieselweg im Park, die Baumwurzeln. Es ist eine einzige dauerhafte Fussmassage. 

Meine Körperhaltung ist ebenfalls irgendwie anders. Und das trotz der Babykugel. Das Gehen ist eine flüssigere Bewegung des ganzen Körpers. Die längste Tragezeit von drei Stunden beschert mir dann auch den größten Fußmuskelkater. Aber hey, das macht nichts. Langsam werde ich die Tragezeiten er weitern. 

 


vom ausmisten und weiteren modellen


Ja und nun? Jetzt habe ich ein richtiges Problem. Ich habe zu viele Schuhe, die ich nicht mehr tragen möchte, weil ich inzwischen weiß, dass es einfach nicht gut für meine Fußgesundheit ist. Hinzu kommt, dass ich im Mutterschutz bin, zu Hause sitze und viel Zeit habe, im Internet nach weiteren Wildlingen zu jagen.

 

Noch zweimal werde ich auf der Kleinanzeigen-Plattform fündig und kann zwei neue Paare ergattern, die die jeweiligen Verkäuferinnen wirklich nie getragen haben. Es sind Low-Cut-Modelle, die somit unterhalb des Knöchels enden und perfekt sind für milde Temperaturen im Frühling, Sommer und Herbst. Es sind Fasane in einem schönen Zartrosa, sowie die gelben Otter.

 

Der Einzug dieser zwei Modelle erleichtert mir das Aussortieren. Rigoros bringe ich einige alte Schuhe in den Altkleidercontainer und die gut erhaltenen Schuhe verkaufe ich selber über eine Kleinanzeigen-Plattform. So hält sich das Loch in meiner Geldbörse in Grenzen und ich lasse mehr Schuhe gehen als kommen - wir haben wieder mehr Platz im Schuhregal. Yippieh!

 

Als weitere Amtshandlung darf noch ein neues Wintermodell der Wildlinge einziehen. Die Brombeere. Außen besteht dieser Schuh aus 100% Schurwolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Innen besteht sie aus Wollwalk und einer Membran. Ich werde berichten, wie gut ich mit diesen Schuhen durch den Winter kommen werde. Vor allem bin ich gespannt, in wie weit sie die Kälte abhalten können. 

 

Allen Wildlingen habe ich übrigens Elastiksenkel verpasst. Besonders jetzt in der Schwangerschaft kann ich so die Schuhe einfacher an- und ausziehen und auch später mit Baby macht sich das besser. 


und wie geht es jetzt weiter?


Mein Vorhaben: Ab sofort trage ich im Alltag ausschließlich meine Barfuß-Schuhe.

 

Das steht für mich fest. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das konsequente Tragen auszahlen wird.

 

Zwar kann ich natürlich noch nicht sagen, wann ich wieder laufen werde, aber ich möchte durch das Tragen der Barfuß-Schuhen meine Füße und den Rest meines Körpers auf andere Art und Weise trainieren. 

 

Das absolut Größte wäre es dann, beim Laufwiedereinstieg in den Laufschuhen die Einlagen weglassen zu können. Natürlich alles Schritt für Schritt, um die Füße nicht zu sehr zu strapazieren.

 

Und mein persönlicher Wunsch wäre folgender: den Hella Halbmarathon 2020 ohne sensomotorische Einlagen in meinen Laufschuhen zu absolvieren.

 

Ich nehme Euch auf diese Reise mit und berichte zukünftig noch ausführlicher über mein Vorhaben. 

 

Bis dahin habt es fein, Ihr Lieben!