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Backstage - Was Du noch nicht vom Marathon-Training weißt!


Sind wir mal ehrlich!


Wer lüftet schon gern den eigenen Vorhang? Wer lässt sich hinter die eigenen Kulissen schauen? Wer ist so ehrlich und berichtet auch mal über Dinge, die nicht Trainings-Hochglanz versprechen? Wer gibt Ängste und Schwächen zu und kann über Trainingseinheiten offen reden, die nicht nach Plan verlaufen sind?

 

Hier ein paar offene Worte zu meinem bisherigen Training zum Hamburg Marathon.


Wenn der Körper sich nach den Longruns meldet


Kein Trainingsplan bereitet Dich darauf vor, wie Dein Körper nach einem Longrun reagiert. Wie soll das auch gehen, ticken doch unsere Körper alle verschieden. Bei mir gibt es nach den Longruns definitiv immer irgendwelche Zipperlein oder Wehwehchen. Die Waden sind hart, meine Achillessehnen meckern. Oder hinten im Oberschenkel zwickt es. Nach einem Lauf in der Kälte kratzt der Hals - irgendwas ist immer.

 

Longruns von drei Stunden sind kein Zuckerschlecken. Der Körper wird unheimlich belastet. Es ist nicht meine Lieblingsbeschäftigung an einem Sonntag. Für mich ist es ein Kampf mit meinem Körper und auch mit meinem Kopf. Beide müssen sich erst an solche Läufe gewöhnen.

 

Wenn ich wieder zu Hause angekommen bin und aufhöre zu laufen, sind die ersten paar Gehschritte wie Roboterschritte. Die Beine haben sich an das Laufen gewöhnt und nun sollen sie gehen? Wie soll das funktionieren. Keine Panik, das geht.

Ich habe mir angewöhnt, nach so einem langen Lauf nicht gleich die Couch aufzusuchen, sondern mich in der Wohnung zu bewegen. So können sich die Beine besser erholen. Auch die Blackroll darf nicht fehlen. Fußsohlen, Unter- und Oberschenkel werden ausgerollt. Mein kratziger Hals bekommt noch vor dem Duschen einen Halsbonbon und manchmal auch gleich einen warmen Tee. Zu guter letzt werden die Beine mit Arnika-Massage-Öl massiert. Meine persönliche Geheimwaffe gegen Muskelkater. 


träumen vom großen tag


Du kennst das vielleicht auch: Dich beschäftigt etwas sehr und schwupps - träumst Du davon. Hast Du schon mal einen Marathon-Traum gehabt? 

 

Dann können wir uns die Hand reichen, denn mir ist es letztens auch passiert. Die Traumdeuter unter Euch können meinen Traum gern analysieren und mir verraten, was er bedeutet. :) 

 

Kurz zusammengefasst passierte folgendes: Zusammen mit einer Freundin, mit der ich seit zig Jahren überhaupt gar keinen Kontakt mehr habe, befand ich mich im Startbereich.

 

Bevor es zu meinem Startkorridor ging, hab ich meinen Klamottenbeutel abgegeben. Angekommen am Startkorridor ist mir dann aufgefallen, dass ich noch meine Badelatschen (!) trage und meine Startnummer nicht am Shirt befestigt habe.  Dann startete der Marathon und die Menge bewegte sich langsam nach vorne.

 

Wir beide sind dann voll hektisch aus der Masse wieder raus, um meinen Klamottenbeutel zu holen. Das Ende vom Lied war, dass wir den Beutel nicht wiederbekommen haben und ich den Marathon nicht mitgelaufen bin. Dann bin ich aufgewacht. - So, was soll mir dieser Traum nun sagen? Ich weiß nur eins, der Marathon ist "in mir drinnen". Er beschäftigt mich und das nicht zu knapp.


wenn der Plan nicht eingehalten werden kann


Ja, es gibt sie diese Tage, wo einfach der Plan nicht aufgeht. Vielleicht kommt Dir privat was dazwischen, was Deine Trainingsplanung beeinflusst oder während des Trainings merkst Du, dass Du das vorgegebene Tempo nicht halten kannst. 

 

Bevor Du total in Panik gerätst und denkst, dass Dein großer Tag in Gefahr ist, kann ich Dich beruhigen. Das ist er nicht! Ich hab während des Trainings auch bereits die eine oder andere Einheit umgeplant. Die Gründe waren unterschiedlich. Mal hat sich mein Körper gemeldet. Ich war müde und abgeschlagen. Dann ist ein weiterer Pausentag viel wichtiger, als falscher Ehrgeiz.

 

Ein anderes Mal wollte ich Abends laufen, weil ich mich Nachmittags mit einer sehr guten Freundin verabredet hatte. Wir hatten so einen wunderbaren Nachmittag mit leckerem Essen und tollen Gesprächen, so dass ich den Lauf auf den nächsten Tag geschoben habe. Freunde und Familie sind bei mir dann wichtiger, als ein einziges Training. 

 

Weitere Punkte im Trainingsplan, die vielleicht nicht immer eingehalten werden können, sind Pace- und Pulsvorgaben. Was hat mich das auch selber schon gestresst, wenn bei einem langsamen Dauerlauf der Puls zu hoch war. Unser Pulsschlag ist von vielen Faktoren abhängig. Sobald ich schlecht oder zu wenig schlafe und dann laufen gehe, ist mein Puls zu hoch. Das kann ich auch nicht abändern. Wichtig für mich ist dann, was für ein Körpergefühl ich habe. Gibt mir mein Körper irgendwelche Signale, dass ich heute zu flott unterwegs bin? Nein - dann ist es einfach ok so.

 

Achte bitte darauf, dass Du nicht nur umplanst. Grob solltest Du den Plan einhalten. Ich komme zum Beispiel gut damit klar, dass ich an vier Tagen in der Woche trainiere. So bin ich flexibel genug, einzelne Einheiten zu verschieben.  


was mach ich denn nach dem marathon?


Diese Frage beschäftigt mich irgendwie jeden Tag mehr. Was kommt denn nun nach dem Marathon? Ein großes schwarzes Loch hoffentlich nicht. 

 

Ich versuche, diese Frage ganz weit weg zu schieben. Viel wichtiger ist es für mich zu sehen, was mein Körper sagt, wenn ich über die Ziellinie gelaufen bin. Wird es mir gut gehen? Wird mir was weh tun? Werde ich dadurch irgendwas kaputt gemacht haben?

 

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie neugierig ich bin. Typisch Frau auch irgendwie. Ich mach mir einen Kopf noch bevor überhaupt irgendwas passiert ist. 

 

Und es geht weiter mit den Fragen: Werde ich jemals nochmal einen Marathon laufen wollen? Werde ich danach gar keine Lust mehr haben, überhaupt laufen zu gehen? 

 

Währenddessen fragen mich manche Leute, was nach dem Marathon kommt? Will ich danach dann Triathlon machen? Nein, Ihr Lieben. Das wird es aufgrund meiner Wasser-Phobie nicht geben. 


killerviren


Es ist schon fast lustig, wie ich jetzt in der kalten Jahreszeit versuche, mich von erkälteten Leuten fern zu halten. Das fängt schon auf dem Weg zur Arbeit an. Ich fahre jeden Tag S-Bahn. Irgendwo wird immer geniest oder gehustet. Fast jedes Mal sehe ich Menschen, die sich nicht mal was vor dem Mund halten und alles an Viren rausblasen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. 

 

Und mittendrin sitze ich - mit meinem Kopfkino, was denn passiert, wenn mich die Grippe doch noch erwischt. Jeden Tag trinke ich einen Liter frischen Zitronen-Ingwer-Tee und drücke mir selber die Daumen, keine Grippe zu bekommen. Toi toi toi - und auf Holz geklopft. Bislang wurde ich verschont, aber die Angst bleibt. Und diese Angst macht mich echt nervös. 

 

Was könnt Ihr an Insider-Marathon-Trainings-Wissen liefern? Was ist Euch so passiert? Schreibt es mir hier in die Kommentare. Ich bin super neugierig! :) 

 

Vergesst bitte nicht, macht es Euch hygge und habt es fein, Ihr Lieben!