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Wichtig! Bring unbedingt etwas Lagom in Dein Leben!


Warum Du mit hygge nicht die welt rettest


Hygge ist bei uns zu Hause allgegenwärtig. Unser Sofa ist der hyggeligste Ort in der Wohnung. Besonders dann, wenn ich eingekuschelt unter meiner Lieblingsdecke liege. Pauli schläft eingerollt auf meinem Schoß und wärmt mich und Garfield räkelt sich schnurrend neben mir. Ein gutes Buch zum Lesen, sowie ein leckerer Tee und jede Menge Kerzen runden den Moment perfekt ab - Hygge eben. Entspannung pur, sich treiben lassen, den Moment genießen und einfach das machen, worauf man gerade Lust hat. Das macht Hygge für mich aus.

 

Moment, Du weißt nicht, was Hygge bedeutet und wie auch Du etwas Hygge in Dein Leben bringen kannst? Dann lese hier gerne weiter und komme danach zu diesem Artikel zurück.  


Mein hyggeliges Leben tut mir natürlich gut, aber das ist doch nicht alles, oder? Die Welt lässt sich damit wahrlich nicht retten. Gibt es noch andere Lebensformen, die ein bisschen Hygge enthalten, aber dennoch charakterlich so anders sind, dass sie in sämtlichen Alltagssituationen anwendbar sind? Ja, so etwas gibt es. Die Schweden leben es vor - Lagom.

 

Ende letzten Jahres stolpere ich über das Buch von Lola Akinmade Akerström - In der Mitte liegt das Glück - Lagom - das schwedische Hygge. Schnell wird mir beim Lesen klar: Lagom ist was anderes, was tieferes, was bedeutenderes.

 

Genau wie Hygge, lässt sich Lagom nicht wirklich übersetzen. Mit Lagom drücken die Schweden folgendes aus: Nicht zu viel und nicht zu wenig. Von allem ein bisschen, eben genau die richtige Mitte. Die für mich interessantesten und wichtigsten Punkte habe ich heute für Dich zusammengetragen. Ich erkläre Dir, wieso für mich beide Lebenseinstellungen zusammen funktionieren.


Bescheidenheit und Vergleiche


Gleich zu Beginn erklärt Lola in ihrem Buch die schwedische Bescheidenheit, die Lagom mit sich bringt. Bei einer schwedischen Party wird sich niemand in den Vordergrund stellen und darüber sprechen, wie viel Geld er verdient oder welches neue Auto er gekauft hat. 

 

Über solche Leistungen des Lebens wird ein Schwede nicht großartig berichten. Ist es doch unangenehm, über seine Erfolge zu sprechen, sofern Leute auf der Party sind, denen es nicht so gut ergangen ist. Der Schwede möchte nicht auffallen und seine Mitmenschen gar neidisch machen. 

 

Die Schweden unterhalten sich über andere Dinge wie zum Beispiel über das Essen auf der Party. 

 

Auch wird sich bei dieser Party niemand am Buffet den Teller mit den leckeren Speisen so vollpacken, dass diese fast runterfallen. Dies wäre übertrieben und nicht Lagom. Von allem gern etwas, aber nicht zu viel und nicht zu wenig. Es liegt ja auf der Hand, dass sowieso genug Essen für alle da ist. Also kann jeder gern ein zweites oder drittes mal zum Buffet gehen.

 

Man achtet auf die anderen Partygäste und außerdem soll nach Möglichkeit auch kein Essen entsorgt werden müssen, nur weil Gäste sich den Teller zu vollgepackt haben (siehe auch "Minimalismus und Sparsamkeit").  


Vergleiche können Neid hervorrufen und so wird schon den schwedischen Kindern im kleinsten Alter beigebracht, dass es nicht wichtig ist, wer der Beste ist oder wer gewinnt. Vielmehr wird gesagt, dass das Mitwirken und Zusammenhalten viel wichtiger ist. Beim Sport wird den Kindern vermittelt, dass es das Größte ist, überhaupt bei einer Veranstaltung dabei zu sein und sein beste Leistung geben zu können. 


Minimalismus und sparsamkeit


OK, ja, ich gebe zu, auch ich gehe gern Einkaufen und in meinem Schrank hängen ebenfalls Klamotten, die ich kaum oder sogar noch nie getragen habe. Lola´s Buch hat mich allerdings zum Nachdenken gebracht. Das geht wirklich so weit, dass ich beim Einkaufen überlege, ob ich den tollen Pulli wirklich benötige oder ob es nicht die im Schrank liegenden Pullis auch mal verdient haben, getragen zu werden. 

 

Sind wir mal ehrlich, meistens trägt man seine Lieblingsstücke immer wieder gerne, so dass andere Kleidungsstücke in Vergessenheit geraten und im Schrank regelrecht versauern. Lagom zu leben bedeutet, auf das zu achten, was ich besitze und damit auszukommen und es nicht zu übertreiben. Dein Geld sollte nicht für unwichtige Kleidungsstücke ausgegeben werden.

 

Dieser Minimalismus macht sich auch in der Wohnungseinrichtung bemerkbar und wir kennen alle den schwedischen Lebensstil durch diverse Besuche eines schwedischen Möbelhauses. Minimalistisch, aber dennoch modern. Praktisch, aber nicht überladen. Funktionell, aber nicht zu abgehoben. Nicht zu viel und nicht zu wenig. 


Achte auf die Natur und auf dich


Die Schweden lieben und achten ihre Natur. Schwedische Kinder lernen schon sehr früh, wie wichtig unsere Erde und die Natur für uns Menschen ist. Dabei spielt der Umweltschutz eine große Rolle. Das Leben sollte nachhaltig gestaltet werden. Lagom bedeute hier, dass unsere Ressourcen sinnvoll verwendet werden. Das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und neu entstehende Ressourcen ist zu halten.

 

Also verbringen die Schweden sehr viel Zeit draußen, um die Natur richtig genießen zu können. Dabei schätzen und lieben sie die Natur und sind dankbar dafür, was wir von Mutter Erde erhalten.

 

Neben der Naturverbundenheit spielt in Schweden auch das gesunde und frische Essen eine große Rolle. Eine gesunde Ernährung nach Lagom-Art bedeutet, dass Du achtsam mit Dir umgehst und Deinen Körper als etwas Besonderes siehst.

 

Achte auch hier auf die Ressourcen. Kaufe nicht im Überfluss Essen ein, sonst musst Du vielleicht viel zu viel wegwerfen, weil Du nicht alles verwenden kannst.

 

 


Licht


Wer jetzt denkt: ja und wieso sind Lagom und Hygge miteinander in einem Atemzug zu nennen? Die Antwort lautet: Licht! Wie auch in Dänemark spielt in Schweden Licht eine große Rolle. Nirgendwo anders werden mehr Kerzen im Jahr verbraucht als in Skandinavien. 

 

Der Däne und auch der Schwede investieren Geld, um durch schöne Lichtquellen zu Hause ein tolles und gemütliches Ambiente zu schaffen. Das Licht wird dabei richtig und ausgeglichen eingesetzt. Hast Du im Schlafzimmer auf jeder Bettseite eine Lampe stehen, nutzt aber nur die Lampe auf der linken Seite? Gut, dann ist es Zeit, die Lampe auf der rechten Seite wegzunehmen. Sie wird eh nicht genutzt - das ist Lagom. 


Und jetzt? Hygge oder Lagom?


Für eine Seite entscheiden kann ich mich nicht. Hygge ist für mich eine Lebensart, die sich in meinem Zuhause und auch in meinem sportlichen Leben widerspiegelt. Entspannung, Gelassenheit und es sich einfach mal gut gehen lassen. Das ist Hygge. 

 

Lagom ist eine komplette Charaktereigenschaft. Wenn ich Lagom in mein Leben lasse, kann ich Dinge verändern und sie besser machen. Ich nehme mich nicht zu wichtig, sondern achte auf ein harmonisches Miteinander unter Freunden, Familie und Kollegen. Lagom ist aber auch manchmal wie ein erhobener Zeigefinger und daher auch mit Vorsicht zu genießen. 

 

Da Hygge und Lagom für mich so viel Wichtiges mit sich bringen, vermische ich beides und nutze verschiedene Dinge aus Hygge und Lagom. Von beidem nehme ich nicht zu viel und nicht zu wenig. Ausgeglichen sollte es sein und so lässt sich etwas Dänemark und Schweden gleichzeitig auch in Dein Zuhause bringen.

 

Was sagst Du? Bist du eher Hygge oder doch Lagom? Oder aber siehst Du es wie ich - die Mischung macht es aus. Ich bin gespannt, was Du denkst. Schreib es mir gern in die Kommentarfunktion.

 

Habt es fein alle zusammen und ich werde es mir jetzt Hygge machen.