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Pass auf! Vergleiche können gefährlich sein!


Schöne neue läufer-Welt


Hast Du gerade erst mit dem Laufen begonnen, aber es haben sich trotzdem schon die ersten Erfolge eingestellt, so bist Du bereit für Dein erstes Ziel. Voller Motivation meldest Du Dich zu Deinem ersten Wettkampf an. Vielleicht laufen auch ein paar Bekannte mit. Super! Zusammen laufen macht ja auch mehr Spaß und beim Zieleinlauf wird zusammen gefeiert.

 

Im Ziel angekommen, folgt aber die Ernüchterung. Alle Deine Freunde sind vor Dir ins Ziel eingelaufen. Sie stehen bereits in der Verpflegungszone und warten auf Dich. Der ein oder andere Spruch fällt. Du wirst gelobt und alle freuen sich, aber vielleicht kommen auch folgende Sprüche: "Endlich bist Du auch da." oder "Das hat ja doch noch etwas gedauert mit Dir."

 

Diese Sätze fallen nebenbei und sind von Deinen Freunden garantiert nicht böse gemeint. Sie lassen aber Deine Gedanken arbeiten. Anstatt, dass Du stolz auf Deinen ersten Wettkampf und somit Deine persönliche Bestzeit bist, fragst Du Dich, ob das Laufen die richtige Freizeitbeschäftigung ist. Wieso waren die anderen schneller als Du? Was machen die anders? Kann ich das überhaupt auch schaffen?

 

Diese Situation ist durchaus mit voller Absicht etwas überspitzt erklärt. Aber anhand dieser Situation kann ich Dir erklären, wie Du trotz der Gefahr des Vergleichens die Motivation am Laufsport beibehältst. 

 

Wie Eingangs schon erwähnt: Ärgere Dich nicht, wenn Dir der Vogel auf Deinen Kopf kackt, sondern freu Dich, dass Elefanten nicht fliegen können.


woher kommt das ständige vergleichen?


Sind wir mal ehrlich, von klein auf an bekommen wir beigebracht, uns mit sämtlichen Personen zu vergleichen. Schon in der Schule ging es doch darum, wer der Klügste war oder der Schnellste beim 100m-Lauf. Was haben die Freunde zum Geburtstag bekommen und wohin sind sie mit ihren Eltern in den Urlaub gefahren?

 

Heutzutage sind junge Menschen mit den sozialen Medien konfrontiert. Auf Facebook, Instagram und Co. wollen sich viele nur von ihrer besten Seite zeigen. Wer ist hübsch, wer ist schlank, wer hat das neuste Handy? Ganz nebenbei bin ich froh, dass ich so nicht aufgewachsen bin. ;) 

 

Im Mannschaftssport kämpfte ich zwar im Team um den Ball, aber dennoch wurde hier auch verglichen. Wer war im Training so gut, dass er nicht auf die Bank verfrachtet wurde? Wer hat die meisten Tore geworfen und führt die Torjägerliste an?

 

Später im Berufsleben geht es weiter. Wer kennt die Situation bei einem Klassentreffen? Sicher Du doch auch: es gibt immer einen alten Schulkameraden der die Karten auf den Tisch legt: mein Auto, mein Haus, mein Boot. Höher, weiter, schneller - das ist unsere heutige Leistungsgesellschaft.

 

Wie Ihr seht, Vergleiche bestimmen unseren Alltag. Aber muss das sein? NEIN! Und zwar ganz klar, nein.


Vergleiche im laufsport


Der Laufsport eignet sich leider perfekt dazu, um mit Vergleichen förmlich zu jonglieren. Wer läuft im Bekanntenkreis die schnellste Pace pro Kilometer? Wer hat in diesem Monat am meisten Kilometer "gefressen" und wer hat am Wochenende erneut einen lockeren Longrun über 30 Kilometer absolviert.

 

Über Lauf-Apps, Instagram und Facebook sind alle Deine und die Daten Deiner Freunde sicht- und vergleichbar. Teilweise versuchen Deine Freunde, sich gegenseitig anzustacheln und zu weiteren Höchstleistungen zu motivieren.

 

Jetzt zeigt sich, wer genug Selbstvertrauen hat und den Fokus ganz auf sich behält. Das Zusammenspiel von Motivation und den Vergleichen übt keinen negativen Druck auf Dich aus. Du bist achtsam mit Dir. Sollte es so bei Dir sein, dann ist das klasse und behalte Dir das bitte bei. So bleibt auch Deine Motivation zum Laufen hoch. 

 

Gerade für Laufanfänger ist es schwer, ein gesundes Mittelmaß an Motivation und Vergleich zu finden. Auch besteht die Gefahr, dass Du Dich ständig nach oben vergleichst. Also mit Idealen und Wunschbildern, die über Deinen Leistungen stehen. Hier verlierst Du meistens und das frustriert Dich. 

 

Fühlst Du Dich angesprochen und weißt nicht so Recht, wie Du verhindern kannst, in diese Vergleichsfalle zu tapsen, dann sind die folgenden Tipps genau das richtige Rezept für Dich.


denk mal drüber nach!


Folgende Situation: Du trainierst und läufst im Wohlfühltempo durch Deinen Lieblingspark. Das Wetter ist toll, die Sonne scheint, Dir geht es gut. Plötzlich hörst Du Schritte hinter Dir. Der Rhythmus der Schritte verrät Dir sofort: oha, da kommt jemand richtig schnell angetrabt. Und schon wirst Du überholt. Zack - vorbei. Man, wie kann man so schnell laufen? Und ich?

 

Bevor Dein Gedankenkarussell sich in die negative Richtung dreht, mach Dir folgende Punkte bewusst:

  • Du weißt nicht, wie lange er/sie schon läuft! Es können jahrelange Erfahrung dahinter stecken und vielleicht hat die Person genauso wie Du angefangen.
  • Du weißt nicht, was für eine Strecke die Person heute absolviert. Du läufst 10 Kilometer und die Person nur 5 Kilometer, also ist hier auf der kürzeren Strecke Gas geben angesagt.
  • Du weißt nicht, was für körperliche Voraussetzungen die Person mit sich bringt. Sie kann trainierter sein als Du und kann daher so schnell laufen. Jeder Körper tickt anders.

Genuss, stolz und persönlichkeit


Nachdem Du Dir die eben erwähnten Punkte in Ruhe durch den Kopf hast gehen lassen, wird Dir klar, dass ein Vergleich Dich überhaupt kein Stück weiterbringt.

 

Du trainierst erst seit kurzem. Außerdem wolltest Du heute nach Plan in Deinem Wohlfühltempo laufen. Zum Schluss gestehst Du Dir ein, dass Du von den Weihnachtsfeiertagen noch 5 Kilo zu viel auf den Rippen. ;) So, what!?! Egal!

 

Dein Lauf in Deinem Wohlfühltempo heute hast Du genossen. Du bist stolz auf Dich, weil Du 10 Kilometer das erste Mal ganz locker gelaufen bist. Du warst nicht aus der Puste, sondern bist mit einem entspannten Gesichtsausdruck wieder bei Dir zu Hause angekommen. Glücklich und zufrieden kannst Du Deinen Trainingstag ausklingen lassen und freust Dich bereits jetzt schon auf Dein nächstes Training.

 

Zig tausend Menschen bist Du so was von voraus: Du warst laufen, während andere nur auf ihrer Couch rumgehangen haben. Mach Dir das bewusst. Du hast es für Dich alleine getan, um gesund und fit zu bleiben. Nicht, um andere damit zu beeindrucken. 

 

Vor einiger Zeit konntest Du Dir noch gar nicht vorstellen jemals 10 Kilometer am Stück laufen zu können, ohne einen Herzkasper zu bekommen. Motivieren werden Dich immer die Dinge, von denen Du gedacht hast, dass Du sie niemals schaffen kannst. Reden wir hier von Vergleichen mit anderen Läuferinnen und Läufern? Nein!

 

Und zum Schluss noch ein ganz wichtiger Hinweis an Dich: Persönlichkeit fängt da an, wo der Vergleich aufhört. Betone Deine eigenen Leistungen. Mach Dein Ding, damit Du glücklich und zufrieden bist! Sei achtsam mit Dir und belaste Deine Läuferseele nicht zu sehr. So bleibt Dir genügend Motivation und Spaß am Laufsport.  

 

Habt Ihr weitere Anregungen zu diesem Thema oder Fragen? Schreibt mir gern.

 

Und denkt dran: macht es Euch Hygge und habt es fein, Ihr Lieben!